Erfolgsmodell sucht
mehr Kunden
Feier zu 10 Jahre Main-Spessart Nahverkehrsgesellschaft mbH
Gewinnspiel zum Geburtstag:

Landrat Armin Grein und "Wabsy", die Symbolfigur der MSP-Nahverkehrsgesellschaft, verlosten anlässlich des zehnjährigen Bestehens der MSP-Nahverkehrsgesellschaft Reisegutscheine im Wert von insgesamt 600 Euro. Gewonnen haben Maria Schleidowez aus Rothenfels (300 Euro), Lijia Xu-Halke aus Würzburg (200 Euro) und Mailin Ziegler (100 Euro) aus Laudenbach.
(v.l. Monika Mützel, Gabriele Dernbach, Geschäftsstellenleiter Wolfgang Endres und Landrat Armin Grein)

MSP-Nahverkehrsgesellschaft blickt auf zehnjähriges Bestehen zurück

Main-Spessart Das Modell ist ein "Exportschlager", nur die Menschen in Main-Spessart nutzen den hier gebotenen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) noch nicht so, wie es sich die Verantwort-lichen wünschen. Das wurde gestern im Lohrer Rathaus deutlich, wo das zehjährige Bestehen der MSP-Nahverkehrsgesell-schaft gefeiert wurde.

Armin Grein

Die Gesellschaft wurde 1995 vom Land-kreis in Zusammenarbeit mit der Omnibus-verkehr Franken GmbH (OVF) und allen privaten Busunternehmen im Landkreis aus der Taufe gehoben, mit dem Ziel, den ÖPNV attraktiver zu machen. "Damals wurden wir von unseren Nachbarn be-lächelt", erinnerte sich Landrat Armin Grein vor 30 Vertretern aus Kommunen, Be-hörden und beteiligten Firmen. Heute, wo man pro Jahr rund 6,6 Millionen Fahrgäste zählt, sei das anderes, so der Landrat.

In den Nachbarlandkreisen habe man das Modell aus Main-Spessart teilweise übernommen. Das 2002 eingeführte Wabentarifsystem existiert heute bei-spielsweise auch in den Landreisen Kitztingen, Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld sowie in Stadt und Landreis Würzburg. Die Vernetzung der Verbindungen zwischen den einzelnen Landkreisen soll künftig noch vorangetrieben werden.

Das vor zehn Jahren in MSP gestartete Modell war in seiner Organisationsstruktur also ein Erfolg, es ist freilich dennoch nicht ganz ohne Probleme.

Zuschüsse fast halbiert.

Eines davon ist die Finanzierung. Wie Josef Cichon, ein Geschäftsführer der Nahverkehrsgesellschaft sagte, sind die Zuschüsse der öffentlichen Hand für den ÖPNV von gut 766.000 Euro im Jahr 1994 auf nur noch 408.000 Euro im Jahre 2004 gesunken. Auch der Anteil des Freistaates an den Zuschüssen sei gesunken. Stattdessen müssten Landkreis und Kommunen nun tiefer in die Taschen greifen. Neben mehr Geld, beispielsweise für die Werbung oder die Bezuschussung von nur schwach ausgelasteten Fahr-strecken, könnte der ÖPNV im Landkreis aber auch mehr Fahrgäste vertragen.

Rund 80 Prozent von ihnen sind ohnehin Schüler. Ansonsten sind die Menschen in Main-Spessart abgesehen von einigen gut ausgelasteten Strecken wie von Markt-heidenfeld nach Würzburg oder von Frammersbach nach Lohr offenbar nur schwer zum Umstieg vom Auto auf den Bus zu bewegen. "Das gestaltet sich äußerst schwierig", sagt Grein dazu. Erschwerend komme hinzu, dass der Landkreis Main-Spessart was die Ein-wohnerzahl angehe "leider keine Wachs-tumsregion" sei. Gerade weil die Zahl der älteren Menschen zunehme, sei es jedoch eine Verpflichtung der Nahverkehs-gesellschaft, die "Bürger ohne Auto mobil zu halten". Gleichwohl müsse man natürlich immer auch die Kosten im Auge behalten.

Deswegen wollte Grein auch nicht aus-schließen, dass man gegebenenfalls schwächer genutzte Linien irgendwann einmal einstelle müsse. Auch das System des Rufbusses, das laut Grein "ein Schlager wäre, wenn es besser genutzt würde", müsse man immer wieder kosten-mäßig unter die Lupe nehmen. Die Einführung eines Disco-Busses, wie es ihn in den Landreisen Kitztingen und Würzburg gab beziehungsweise noch gibt, hält Grein aus Kostengründen und wegen des fehlenden Bedarfs für nicht realisierbar.

10 Jahre

Neben der Integration des Rexroth-Werk-verkehrs in Lohr wurden auch das Sicherheitstraining für Kinder und die Aktion "Fair-Play im Bus" als Erfolg gewertet. So habe die Nahverkehrs-gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Polizei seit 1998 insgesamt rund 3000 Kinder für das Thema Sicherheit im Straßenverkehr sensibilisieren können. Bei der Aktion Fair-Play im Bus kann der Busfahrer einzelnen Schülern eine "gelbe Karte" zeigen, die zur Folge hat, dass der Betreffende vom Schulleiter ins Gebet ge-nommen wird. "Rote Karten", also den dauerhaften Ausschluss eines Fahrgastes, das machte Landrat Armin Grein deutlich, werde es in den ÖPNV-Bussen des Landkreises freilich nicht geben.

(Quelle: Main-Post vom 21.04.2004)