Foto: Schüler der Klasse 5a vor dem „Toten Winkel“ des Trucks der Jugendverkehrsschule Main-Spessart im Schulhof der Georg-Ludwig-Rexroth-Realschule. Die Verkehrssicherheit auf dem Schulweg war Thema für (hinten v. l.) Monika Mützel von der MSP-Nahverkehrsgesellschaft Gemünden, stv. Landrat Roland Metz, Realschullehrer Matthias Stumpf, Realschulkonrektor Andreas Schmitt sowie die Polizei-Verkehrserzieher Peter Helfrich und Klaus Bartel.
Pressemitteilung Lohrer Echo vom 29.02.2008
L o h r . Die Gefahren auf dem Schulweg waren Inhalt des Verkehrssicherheitstages für die fünften Klassen der Georg-Ludwig-Rexroth-Realschule Lohr am Donnerstag. Auch im Unterrichtsstoff am Morgen spielte die Sicherheit im Straßenverkehr eine große Rolle.
Auf Initiative von Landrat Armin Grein und der Nahverkehrsgesellschaft kam heuer erstmals eine signalgelbe Folie zum Einsatz. Das Demonstrations-material stellt anschaulich die besondere Problematik des „Toten Winkels“ dar. „Aufmerksamkeit und das rechtzeitige Erkennen von Gefahren können Leben retten“, appellierte stellvertretender Landrat Roland Metz an die Kinder als „schwächste Verkehrsteilnehmer“. Eine große Gefahrenquelle sei das Fahrrad fahren. Lob und Anerkennung sprach Metz den Verkehrserziehern für ihre Mühen um die Sicherheit der Kinder aus.
Die beiden Verkehrserzieher der Polizei Lohr, Peter Helfrich und Klaus Bartel, gestalteten den fünften Verkehrssicherheitstag für die 130 Schüler(innen). Für die Aktion „Fair Play im Bus“ warb Monika Mützel, Beauftragte der Main-Spessart-Nahverkehrsgesellschaft Gemünden. Geübt wurde das Warten an den Haltestellen, geordnetes Einsteigen und richtiges Verhalten im Schulbus. Die Schüler(innen) wurden mit Theorie und Praxis vertraut gemacht: Ein Tafelbild im Klassenzimmer veranschaulichte das hochsensible Thema des „Toten Winkels“, das den meisten bereits von der Fahrradausbildung in der Grundschule bekannt war. Praktische Erfahrung bei einer Verkehrsübung gab es anschließend auf dem Schulhof. Yannick Kubis am Steuer des Trucks der Jugendverkehrsschule und Christina Greser als Radfahrerin im „Toten Winkel“ praktizierten die drohende Gefahr. „2005 verunglückten in Partenstein und Marktheidenfeld zwei Fußgänger vor und hinter einem Lastwagen tödlich“, zogen die Polizeibeamten traurige Bilanz.
„Die Realschule Lohr mit ihrem Sicherheitsbeauftragten, Realschullehrer Karl-Heinz Schroll, ist ein Paradebeispiel für gute Zusammenarbeit und sehr aktiv in der Prävention“, betonte Helfrich. Von großer Bedeutung sei die Kommunikation zwischen Schulweghelfern, Schülern und Busfahrern. Der Verkehrserzieher nahm Stellung zum aktuellen Thema der überfüllten Schulbusse und machte auf die Bedeutung der wirtschaftlichen Gründe aufmerksam: „Auf den ersten Blick gibt es überfüllte Busse, jedoch nicht nach der Straßenverkehrsordnung. Eine gewisse Anzahl an Stehplätzen für Schüler sind genehmigt“. Wo Schüler stehen müssten, gelte als Sicherheitsfaktor die Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern. Von einer komplizierten Planung der Linienbus-Fahrpläne, die jeweils ab Dezember gültig seien, sprach Monika Mützel. Zu diesem Zeitpunkt sei der aus den Schülerströmen resultierende Bedarf zu den Stoßzeiten des Schulbeginns noch nicht genau absehbar.
„Der jährliche Verkehrssicherheitstag ist im Lehrplan der 5. Realschulklassen verankert und läuft in Zusammenarbeit mit der Polizei. Schwerpunkt ist das Thema „Sicher zur Schule“, erklärte die Nahverkehrsbeauftragte. Bei Fehlverhalten im und um den Schulbus drohen – wie im Fußball - die „Gelbe oder Rote Karte“ vom Busfahrer. „Gelb“ spricht eine Verwarnung aus, während „Rot“ den Platzverweis, also Ausschluss aus dem Schulbus, zur Folge hat. „Im schlimmsten Fall wird dem „Übeltäter“ für 14 Tage der Fahrausweis entzogen“, erklärte Mützel. In solchen Fällen seien Gespräche zwischen Lehrern, Schülern und Eltern unverzichtbar. Aktuelle und umfangreiche Informationen zum Thema „Schule und Bus gibt es im Internet unter www.busstop.de.
(Quelle: Lohrer Echo vom 29.02.08)