"Auswirkungen der
Sparpolitik auf den ÖPNV"

Das Land Bayern und der Bund haben die Förderungsmöglichkeiten für den ÖPNV stark gekürzt.

Main-Spessart

Von diesen Kürzungen sind die Verkehrsunternehmen und auch der Landkreis erheblich betroffen. Wie bereits von der letzten Wirtschaftsausschuss-Sitzung des Landkreises berichtet wurde, müssen auch die Verkehrsunternehmen Einsparmaßnahmen durchführen, um ihre Existenz zu sichern.

Seit 1. Januar 1999 gibt es die Tarif- und Verkehrsgemeinschaft Main-Spessart (TVG MSP), ein Zusammenschluss der privaten Verkehrsunternehmen im Landkreis Main-Spessart und der OVF GmbH. Diese Gemeinschaft ist eine der Voraussetzungen, dass es in unserem Landkreis den kundenfreundlichen und einheitlichen Wabentarif gibt.

Die TVG MSP hat den Fahrplan überarbeitet und trennt sich zum 01. August 2004 von unrentablen Fahrten. Es handelt sich dabei um schlecht besetzte Fahrten hauptsächlich an Samstagen, Sonn- und Feiertagen. Ferner fallen Fahrten in den Ferien dem Rotstift zum Opfer. Betroffen sind fast alle Linien im Landkreis. Daher ist es ratsam, sich bei der Mobilitätszentrale in Gemünden zu erkundigen: Tel. 0 93 51/ 97 57 97. Die Städte und Gemeinden erhalten eine Übersicht der Veränderungen im ÖPNV.

Weiterhin ist eine Tarifanpassung des MSP-Wabentarifs nicht zu umgehen. Die Fahrpreise werden zum 1. August 2004 durchschnittlich wie folgt erhöht:

• Regeltarif (Einzelfahrscheine, Tageskarten und 6er-Karten) um 4,4 %
• Jedermann-Zeitkarten (7-Tages- und 31-Tageskarten, Umweltjahreskarten) um
3,4 %
• Schüler-Zeitkarten um 6,5 %, für die Waben 1 und 2 um 4,5 %.

Eine positive Änderung gibt es dennoch, denn die Schüler-Monatskarten haben dann an Schultagen ab 14:00 Uhr, an Wochenenden und in den Ferien eine Netzwirkung. Das bedeutet: Besitzt ein Schüler die Monatskarte von Wiesenfeld nach Lohr, kann er dann auch während der Schulzeit ab 14:00 Uhr, am Wochenende und in den Ferien ganztags kostenlos im gesamten Landkreis Main-Spessart Bus fahren.

Das Schüler-Plus-Ticket bleibt weiterhin im Angebot, gilt aber nur für Jugendliche unter 15 Jahren.
Die neuen Prospekte „Wir halten Sie rundum mobil – mit dem Main-Spessart Wabentarif“ liegen ab Ende Juli bei den Stadt- und Gemeindeverwaltungen aus und stehen kostenlos zur Verfügung.
Die Tariftabelle wurde von 9 auf 12 Waben erweitert, da nun auch der Wabentarif für Busfahrten in Richtung Würzburg gilt. Für die Weiterfahrt in der neuen „Großwabe Würzburg“ kann der Fahrgast bei Fahrtantritt im Landkreis Main-Spessart eine „Übergangskarte für die Großwabe Würzburg“ lösen. Der Mehrpreis für diese Übergangskarte beträgt für die Hin- und Rückfahrt 3,20 €, die Kinder von 6 – 14 Jahren zahlen die Hälfte. Wer eine 31-Tageskarte besitzt zahlt 26,20 € und die Umweltjahreskarten-Besitzer 20,30 €. Die Hin- und Rückfahrkarte und die 31-Tageskarte sind beim Busfahrer oder am Automaten der DB erhältlich. Die Umweltjahreskarten-Kunden wurden bereits schriftlich über die Übergangskarte informiert.

Wie bereits erwähnt, haben die Unternehmer Fahrten aus dem Fahrplan genommen. Ein Teil dieser Fahrten wurden in das RUF-BUS-System des Landkreises integriert. Ausgenommen sind Fahrten, die vor 9:00 Uhr beginnen. Damit auch weiterhin das RUF-BUS-System bestehen bleiben kann, musste auch hier eine Tarifanpassung vorgenommen werden. Zu dem jeweiligen Wabentarif kommt nun ein Grundpreis von 2,50 € für Stammkunden hinzu. Zu den Stammkunden werden die Besitzer von 7-Tages- 31-Tages- und Umweltjahreskarten gezählt. Schwerbehinderte und deren Begleitperson gelten ebenfalls als Stammkunden.
Der Personenkreis, der nicht zu den Stammkunden gehört, muss den doppelten Preis zahlen.
Berechnungsbeispiel:
Eine Fahrt über 3 Waben kostet dann 2,35 € plus 2,50 € Grundpreis = 4,85 €.
Diesen Betrag zahlt der Stammkunde – der „Nicht-Stammkunde“ zahlt den doppelten Preis und somit 9,70 €.

Auch für das Linientaxi von Würzburg nach Arnstein bzw. Marktheidenfeld muss der Kunde zukünftig einen Grundpreis zahlen, der jedoch für Stammkunden 5 € und für „Nicht-Stammkunden“ 10 € beträgt. Auch hier gilt dann zukünftig das Wabentarifsystem für die Berechnung des Fahrpreises.
Berechnungsbeispiel:
Eine Fahrt über 8 Waben kostet dann 4,40 € plus 5,00 € Grundpreis = 9,40 €.
Diesen Betrag zahlt der Stammkunde – der „Nicht-Stammkunde“ zahlt den doppelten Preis und somit 18,80 €.

Für Fragen zum ÖPNV steht Ihnen das Team der Mobilitätszentrale in Gemünden gerne zur Verfügung.